Icons von kml-Dateien für Google Earth – Verbessertes Erscheinungsbild

Stand 04.01.2018

Das Umschalten (auch: engl. Toggeln) der Darstellung der Icons und Labels der Track-Punkte per einfachem Bewegen des Mauszeigers über das Icon ("mouse hover") mittels Vorgaben in der StyleMap (Näheres dazu siehe hier) kann man ausnutzen, um das Erscheinungsbild einer Track-Darstellung mit inhaltsreichen und deshalb oft störenden Labels der Google Earth-Pfadpunkte entscheidend zu verbessern. Dazu muss man nur dafür sorgen, dass diese Labels in der Normalansicht der Point-Darstellung nicht zu sehen sind.

Erreichen lässt sich das – eigentlich überraschend einfach – auf zwei Arten:

  • Skalieren auf die Größe "0"
  • Farbgebung "Transparent"

Verstecken durch Skalieren auf die Größe "0"

Von der ersten Art wird bei den Panoramio-Fotos im Google Earth-Betrachter mittels des Eintrags "<LabelStyle><scale>0</scale></LabelStyle>" gebrauchgemacht. Berühren der Ions mit dem Mauszeiger bringt den vom Bildautor als Name des Bildes eingetragenen Text zum Vorschein. Ähnlich sind die Trackpunkte (mit der Gestalt von Richtungspfeilen) der kml-Datei konfiguriert, die von Google Earth beim Import einer gpx-Datei 1 erzeugt wird: In der Normalansicht haben die Trackpoint-Labels die Größe 0 – sie sind vorhanden, aber "so klein, dass sie nicht zu sehen sind", also nicht sichtbar.

Verstecken durch die Farbgebung "Transparent"

Die Farbgebung von kml-Objekten wird mit dem color-Eintrag der Gestalt

<color>“aabbggrr“</color>

festgelegt.

Dabei gelten bekanntlich die Zuordnungen (siehe KML Reference: color)

"aa" für die Transparenzwirkung bzw. Deckkraft ("alpha-Wert")
  mit
   "00" = völlig transparent, also nicht sichtbar,
   "ff" = volle Deckkraft, also normale Sichtbarkeit,
"bb", "gg", "rr" (Reihenfolge gegenüber z. B. html vertauscht) stehen
für Blau, Grün, Rot mit jeweils dem Wertebereich
  "00" (dunkel) bis "ff" (volle Leuchtkraft).

Den Wechsel zwischen Transparenz, also Verschwinden der Schrift, in der Normalansicht und Erscheinen der Schrift in der hervorgehobenen Ansicht kann man folglich mit der Farbgebung der key-normal-Ansicht

    "<LabelStyle> … <color>00xxxxxx</color> … </LabelStyle>"

erreichen, während es bei der key-highlight-Ansicht beim üblichen

    "<LabelStyle> … <color>ffxxxxxx</color> … </LabelStyle>"

bleibt.

Nachdem allerdings in neueren GE-Versionen (seit Google Earth Version 6.1) immer wieder ein unregelmäßiges bzw. eher sogar instabiles Reagieren der transparenten Labels und Icons auf den Mauszeiger aufgefallen war, kann die Anwendung des Wechsels zum voll transparenten Label nicht mehr empfohlen werden. Zwar lässt sich die Instabilität beheben, indem man <Style> mit einer <scale>-Anweisung ergänzt (Zahlenwert beliebig) oder von der vollständigen Transparenz absieht (Objekte mit aa = 01 bleiben noch unauffällig). Dann ist das Steuern des Erscheinungsbildes mit diesem Code verglichen mit "scale-0" aber nicht mehr lohnend.

Beispiel einer StyleMap für versteckte Trackpunkt-Labels

Eine StyleMap für Trackpunkte, deren Label zunächst nicht angezeigt werden, aber bei Überfahren mit der Maus erscheinen, könnte im Beispiel einer "StyleMap_TrackPoint" so aussehen:

<StyleMap id="StyleMap_TrackPoint">
<Pair>
 <key>normal</key>
  <Style>
   <IconStyle>
    <scale>0.7</scale>    <!– Icon-Größe –>
    <Icon>
     <href>http://maps.google.com/…/placemark_circle.png</href>
    </Icon>
   </IconStyle>
   <LabelStyle>
    <color>ffd355ba</color>  <!– Farbe, hier wirkungslos –>
    <scale>0</scale>        <!– Label-Größe –>
   </LabelStyle>
  </Style>
</Pair>
<Pair>
 <key>highlight</key>
  <Style>
   <IconStyle>
    <scale>1.0</scale>
    <Icon>
     <href>http://maps.google.com/…/placemark_circle.png</href>
    </Icon>
   </IconStyle>
   <LabelStyle>
    <color>ffd355ba</color>
    <scale>0.8</scale>
   </LabelStyle>
  <Style>
</Pair>
</StyleMap>

Anregungen zu Gestaltungsvarianten

Auch das Icon kann man in den Wechsel der Sichtbarkeit einbeziehen. Dann erscheinen beim Bewegen des Mauszeigers entlang des Pfades plötzlich Trackpunkte einschließlich der Informationen in den Texten von "<Label>" und auf Anklicken der Info-Pop-up. Wegen der dabei eingeschränkten Auffindbarkeit bietet sich das allerdings wohl eher für Tracks mit eng zu einander liegenden Trackpunkten an und besonders für Tracks mit einheitlichen Punktabständen (sehr günstig verhalten sich hier erfahrungsgemäß Logger mit MTK- wie auch u-blox5-Chips im dafür zutreffenden alleinigen Distanz-Mode, gerade auch bei Wandertouren).

Wegen unschöner Übergänge beim Wechsel zwischen der Normal- und der hervorgehobenen Ansicht ist es nicht so günstig, vielleicht die so ja unsichtbaren Icons der Normalansicht zum leichteren Auffinden größer zu skalieren.

Einerseits kann man alle unterschiedlich formatierten Icons in einem gemeinsamen Google Earth-<Folder> unterbringen. Andererseits steigert es die Einflussnahme des Anwenders, für die einzelnen Formatierungen eigene <Folder> anzulegen, die er dann im Orte-Fenster in der Seitenleiste durch Anklicken der Ordner-(Folder-)Checkboxen nach Wunsch an- oder abwählen kann.

Mit den beschriebenen Sichtbarkeits-Einstellungen in den Logger-GE-Dateien könnte man sogar auf verschiedene Weise ”zaubern”: Zu ein und demselben Koordinaten-Punkt werden statt des üblichen einen Punkt-Placemark zwei Punkt-Placemarks definiert, mit unterschiedlichen name-Texten (Labels) und, wenn man das will, mit unterschiedlichen Icons; als unsichtbar wird bei dem einen Label oder auch Icon der normal-key-Mode gewählt, beim anderen der highlight-key-Mode.

Anmerkungen

1  Das trifft – dank Integration von GPS-Babel in Google Earth – auch bei weiteren für diesen Import freigegebenen Dateitypen zu (z. B. Stand "Google Earth 7.1.7.2606 – Build-Datum 10/6/2016"): *.log, *.mps, *.gdb, *.tcx, *.nmea, *.loc, *.wpt, *.pcx, *.plt, *.rte, *.upt – sämtlich Formate mit streng definierter Struktur.


Klaus Dannowski – Klaus‘ GPS-Ecke
22.O6.2OO9

„Google Earth track points with improved look and feel“