Google Earth öffnet kml-Datei in Schräg-Ansicht – Abhilfe: LookAt-Objekt einfügen

Stand 07.06.2018

LookAt (dt. ansehen ; bei Google Earth – Version in Deutsch: Ansicht)

Juli September 2013 – Alternative:

Einfach "Google Earth 7.1.2.2019 (Build-Datum 05.09.2013)" installieren 1
– einfach "darüber" installieren – "Meine Orte" in der Seitenleiste und die Einstellungen bleiben dabei erhalten.

Wichtig dabei:

In "Tools > Optionen… >  Navigation"

die Neigen-Automatik deaktivieren.

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Eine Eigenheit einiger Versionen – am Windows-PC wohl u. a. V. 7.0.1.8244 (beta) und auch 7.1.1.1580 (beta) (Build-Datum 4/19/2013) – von Google Earth war, dass die Ansicht im GE-Viewer-Fenster beim Öffnen herkömmlich formatierter – also sämtlich älterer – kml-Dateien bzw. kmz-Dateien in der Schrägansicht, um 45° schräg nach hinten gekippt, erschien.

Genauer: Selbst wenn sich das Viewer-Fenster zunächst als (senkrechte) 2D-Ansicht (Neigung 0°) zeigte, wechselte es im Zuge des Aufbaus der Track-Darstellung (Darstellung des Path-Verlaufs) zügig in die (schräge) 3D-Ansicht.

Gerade bei der Darstellung der Tracks zurückgelegter Touren ist das wegen der damit einhergehenden Einbuße an Übersichtlichkeit oft gar nicht günstig. Entsprechend oft äußerten Nutzer in User-Foren den Wunsch, die Darstell-Optionen von Google Earth um eine Möglichkeit zur Voreinstellung der Neigung dieses Fensters zu ergänzen.

Offensichtlich handelte es sich bei der "so gekippten" Ansicht im Viewer-Fenster der Betaversionen um ein aus Sicht der Entwickler eventuell neu einzuführendes Standard-Verhalten, das für eine Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten von Google Earth, wie etwa der Darstellung von Flugbewegungen, durchaus vorteilhaft ist. Dass es sich dabei kaum um einen Programmfehler gehandelt hatte, lässt das Verhalten beim Öffnen von kml-Dateien vermuten, die von Google "selbst" stammen: Beim Verfolgen der Ursachen der Fenster-Neigung war aufgefallen, dass der Viewer kml–Dateien, die Google Earth im Zuge des Imports von Log-Dateien des gpx-Formats erzeugt hatte 2, in der Senkrecht-Ansicht öffnet. Besichtigen dieser Google Earth-Dateien mit dem Text-Betrachter offenbart als Unterschied gegenüber herkömmlichen kml-Dateien rasch eine Erweiterung des kml-Codes in Gestalt eines – übrigens in dieser Art häufig in kml-Dateien, auch für einzelne visuelle Objekte (vorzugsweise Ortsmarken) eingesetzten – zusätzlichen <LookAt>-Objekts (vgl. Google: KML-Referenz, Stichwort "LookAt").

Das <LookAt>-Objekt für kml-Dateien

Die eingegrauten Zeilen einer Original-kml-Datei sollen die Unterbringung des <LookAt>-Objekts in der GPS-Datei verdeutlichen – in der Nähe des <Document>-Beginns, noch vor den Format-Angaben (<StyleMap>) für die <Placemark>’s:

. . . 
<Document>
<name>121019_Maxen</name>
<open>1</open>
. . . 
<LookAt>
  <longitude>13.8088033</longitude>
  <latitude>50.9362933</latitude>
  <altitude>0</altitude>
  <heading>0</heading>
  <tilt>0</tilt>
  <range>17879.88379951155</range>
</LookAt>
. . . <StyleMap id="PointStyle_kml_hdgpfeil"> . . .

Die Bedeutung der Parameter kann in Googles kml-Referenz ausführlich nachgelesen werden. Sie entsprechen somit der Position einer Kamera, die auf das im 3D-Viewer-Fenster angezeigte Objekt (hier auf eine Route oder auf einen Track) gerichtet ist, bezogen auf den Ort des Objekts.

Im Default-Modus von "<LookAt>" gilt:

  • Die Felder "<longitude>" und "<latitude>" benennen die
    Koordinaten der Viewer-Fenster-Mitte.
  • Die Senkrecht-Ansicht des Viewer-Fensters wird von
    "<tilt>0</tilt>" ("Neigung" – 0…90) bewirkt.
  • Den Darstellungsmaßstab bestimmt der Wert in
    "<range>…</range>" ("Sichthöhe" – Meter 3).

Die Felder "<longitude>", "<latitude>" und "<range>" müssen belegt sein. Fehlende sind (in der Spezifikation nicht näher ausgeführt, aber auch in Google Earth 7.1.5.1557 vom Mai 2015 so) mit dem Wert 0 wirksam: Ohne "<longitude>" und "<latitude>" würde man am Äquator "landen", ohne "<range>" nahe dem Erdboden. Ebenso liefert ein fehlender Eintrag für "<tilt>" die Senkrecht-Ansicht. Weniger bedeutsam ist <heading>. Sein Wert zwischen 0 und 360 gibt die Himmelsrichtung in Grad an – im Uhrzeigersinn ab Nord –, in die sich das Viewerfenster einstellt. Fehlt das Feld, wird der Vorgabewert 0° wirksam – die übliche Nord-Ausrichtung von Karten.

Auf das <LookAt>-Objekt reagiert Google Earth auch, wenn es Bestandteil eines Point-Placemarks oder LineString-Placemarks ist. Im Fall der Darstellung von Routen oder Tracks führt das aber höchstens bei Anwendung auf mehrere aufeinanderfolgende Points, das zugehörige LineString-Placemark eingeschlossen, zu einem sinnvollen Ergebnis. Für diesen Fall sieht das kml-Datei-Format eine Positionierung der oben dargestellten Art – innerhalb von <Document>. . . </Document> vor (vorteilhaft kommt <LookAt> bei den häufigen Einzel-Ortsmarken zur Anwendung).

Rasche momentane Abhilfe gegen die gekippte Darstellung einer geöffneten Datei

Für den Fall nur weniger, eher nur gelegentlich zu betrachtender Google Earth-Dateien bietet es sich an, nachdem z. B. die zu bearbeitende Datei im Ortefenster durch einen Doppelklick aktiviert, also im Viewer-Fenster geöffnet ist, auf Wunsch einfach den jeweiligen 3D-Modus abzuschalten, indem man das Viewer-Fenster dadurch in die Senkrecht-Ansicht (zurück) bewegt, dass man zunächst mit der linken Maus-Taste in das Viewer-Fenster klickt und dann die (ganz normale) Taste für den (Klein-)Buchstaben "r" drückt – siehe diese Übersicht zu den Tastaturkürzeln bei Google Earth.

Zum gleichen Ziel, allerdings weniger zügig, führen nach einem Klick mit der linken Maus-Taste in das Viewer-Fenster ein paar einfache Tastendrücke:

Bei gedrückt gehaltener "Groß/Klein-Umschalt"-Taste ("Shift"-Taste) lässt sich mit Tastendrücken auf "Zeile nach oben" und "Zeile nach unten" die Neigung einer geöffneten Darstellung (zunächst vorübergehend) einstellen. Mit Drücken der "Zeile nach unten"-Taste neigt sich der Inhalt des oberen Bildrandes nach unten – aus einer anfänglichen 2D-Ansicht wird eine 3D-Ansicht. Umgekehrt – wie im Fall einer nicht gewünschten anfänglichen Schräg-Ansicht – gelangt man mit mehrmaligem Drücken oder einfach Gedrückthalten der "Zeile nach oben"-Taste zur der Senkrecht-Ansicht entsprechenden 2D-Ansicht.

Abhilfe "auf Dauer":
Modifizieren einer vorhandenen Datei und nachfolgendes Speichern –
beides direkt in Google Earth

Modifizieren der vorhandenen kml-/kmz-Datei

Eine Möglichkeit eine vorhandene kml-Datei dauerhaft so zu verändern, dass das GE-Viewer-Fenster beim Öffnen der Datei die Senkrecht-Lage einnimmt, ist von J.Kling in einem Eintrag vom 3. April 2013 in "Why does Google Earth tilt every time I open a KML?" beschrieben.

Dazu aktiviert man im GE-Orte-Fenster die zu modifizierende Datei (mit dem Maus-Cursor auf den Eintrag dieser Datei gehen – Hintergrund-Farbe des Eintrags wechselt zu Blau).
Sodann wählt man im Kontext-Menü (rechte Maus-Taste) mit dem Links-Klick "Eigenschaften".
Im sich öffnenden Fenster – siehe Bild rechts – öffnet man den Reiter "Ansicht".
Nun hat man die Wahl, entweder einen eventuell in "Neigung" eingetragenen Wert durch "0" zu ersetzen oder mit Links auf "Zurücksetzen" zu klicken, woraufhin in allen Eingaben Zahlenwerte erscheinen. Zugleich wechselt das Viewer-Fenster in die Senkrecht-Ansicht. Mit dem abschließenden Klick auf "OK" wird dieser Zustand dauerhaft in die zu modifizierende Datei übernommen.

Für größeres Bild Klick hier oben

Sie enthält nun ein <LookAt>-Objekt mit den zuvor angezeigten Werten als Parameter.

Anmerkung 02.06.2013 – Zum gleichen Ziel kommt man schneller, indem man im Kontext-Menü nicht mehr, wie im voranstehend beschriebenen Vorschlag, zunächst auf "Eigenschaften" klickt, sondern gleich einfach auf "Aktuelle Ansicht übernehmen" .

Von dieser Übernahme der Senkrecht-Ansicht kann man sich leicht überzeugen. Mit einem Links-Klick in das Kästchen (mit einem Häkchen) links neben dem Dateinamen im Orte-Fenster leert es sich, und die Darstellung im Viewerfenster verschwindet. Ähnlich wie oben beschrieben klickt man nun mit links in das (geleerte) Viewer-Fenster und neigt es durch Betätigen der "Nach-unten"-Taste bei gedrückter "Umschalt"-Taste nach hinten, in die 3D-Ansicht. Mit einem zweifachen Linksklick auf den Dateinamen (im Orte-Fenster) wird diese Darstellung wieder aktiviert, und bereits während sie sich aufbaut, erscheint das Viewer-Fenster in der 2D-Ansicht.

Speichern der modifizierten Datei

Das Speichern dieser Datei oder auch einer – ähnlich wie weiter oben beschrieben – zunächst vorübergehend modifizierten Datei als eine dauerhaft modifizierte GE-Datei erfolgt über die Wahl von "Ort speichern unter …" im Kontext-Menü der Datei im Orte-Fenster.

Das Überschreiben der ursprünglichen Datei lässt sich vermeiden, indem man mindestens ein Zeichen des zum Speichern vorgeschlagenen Dateinamens (entspricht im Normalfall dem Namen der ursprünglichen Datei) abändert oder mindestens eines hinzufügt, falls dafür nicht ohnehin ein anderer Datei-Ordner gewählt werden sollte.

Neu zu erstellende kml-Dateien

Es bedarf wohl fast keines Hinweises, beim Neuerstellen von kml- bzw. kmz-Track-Dateien den <LookAt>-Abschnitt in der oben beschriebenen Weise von vornherein vorzusehen – am bequemsten mit aus den Log-Daten automatisch gewonnenen Parametern, zumindest aber auf dem Weg der obigen "Abhilfe auf Dauer".

Anmerkungen

1 – oder erst recht als neuere Version Google Earth Pro V7.3.1.4507 vom 06.02.2018.

2  Das gilt auch für den Import weiterer Formate von GPS-Dateien, die Google seit der bereits vor einiger Zeit erfolgten Integration von GPSBabel zulässt.

3 Zu kleinen Werten von <range> hin existieren Minimalwerte, auf die die diesbezügliche Automatik von Google Earth die Sichthöhe begrenzt: Zu kleine Datei-Werte werden ignoriert. Mit Maus-Links-Doppelklicks in das 3D-Viewer-Fenster, zweckmäßig auf eine Stelle des dargestellten Objekts, lässt sich ein noch tieferes Hineinzoomen erreichen, allerdings ohne brauchbare Nachführung der Zahlenangaben für den Maßstab und für die Sichthöhe in der Statusleiste am unteren Rand des Browserfensters sowie unter Beibehaltung der aus den Serverdaten resultierenden Auflösung.

Hinweis: Die obigen Ausführungen beziehen sich auf die Windows-Versionen von Google Earth bzw. Google Earth Pro.


Klaus Dannowski – Klaus‘ GPS-Ecke
O3.11.2O11

"Google Earth does tilt every time I open a kml / kmz file"