Der Zeitschieberegler von Google Earth

Stand 15.05.2019

Der Zeitschieberegler …

engl.: time slider

Bild 1: Oben links im 3D-Viewer von Google Earth der Zeitschieberegler im Modus "Historische Bilder"
Der Zeitschieberegler im Modus "Historische Bilder"

… von Google Earth ist ein rechteckförmiger Bereich im "Google Earth-3D-Viewer", dem Kartenfenster von Google Earth, mit einer Vielzahl von Steuerelementen. Sein Platz dort ist die linke obere Ecke.

KML-Referenz (Google-Link):
"the time slider allows the user to move the view through time"
"Mit dem Zeitschieberegler kann der Nutzer die Sichtbarkeit über der Zeit hinwegbewegen"

Das kann interessant sein

  • um in der Darstellung eines GPS-Logs eng beieinander liegende Punkte zu entwirren, indem man ihren Anblick zeitabhängig einschränkt,
  • um für Punkte (oder auch andere Objekte) einen Zeitbezug herauszufinden,
  • für Darstellungen, die auf der synchron gesteuerten Sichtbarkeit von, auch sehr
    verschiedenartigen Objekten mit Zeitbezug (z. B. Track-Komponenten, Einzel-Ortsmarken, Texte, Bilder) beruhen, die in jeweils eigenen kml-Dateien mit sich aber überdeckenden Datei-Zeitfenstern abgelegt sein können

und

für Vieles mehr.

Ausführungen zur Handhabung des Zeitschiebereglers und zu den erforderlichen Voraussetzungen beim Google Earth-Objekt sind allerdings rar‍ ‍1. Selbst im "Google Earth User Guide" (von Google) sind sie sehr knapp gehalten. Zwar wird der Anwender mit Sprechblasen, die sich beim Berühren von Elementen des Google Earth-Bildschirms zeigen, unterstützt. Auf die Besonderheiten des Erscheinens und auf Einzelheiten der Sichtbarkeit von Elementen des Bildschirms und von Nutzerobjekten wird in den bekannten Beschreibungen jedoch kaum eingegangen.

Wesentlichster Bestandteil des Zeitschiebereglers ist neben weiteren Elementen bekanntlich

ein Zeitstrahl,
– eine Gerade aus zeitlich linear zugeordneten Punkten,

mit ein oder zwei Stellgriffen, Schiebern, und

zwei anklickbaren Pfeilen
– jeweils am Ende des Zeitstrahls

Das Erscheinungsbild des Zeitschiebereglers einschließlich der Art und der Funktionen der zugehörigen Steuerelemente hängt vom Anzeigemodus des 3D-Viewers – Standard-Modus / Modus "Historische Bilder" – ab.

Ein Beispiel für den

Zeitschieberegler im Modus "Historische Bilder"

zeigt Bild 1.

In diesem eher selten genutzten Modus befindet sich der Zeitschieberegler ständig sichtbar an seinem Platz.

Meistens steht auf den Servern von Google Earth zum dargestellten geografischen Gebiet ein Satz von oft zahlreichen, zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommenen Luft- oder Satellitenbildern zur Verfügung.

Die Funktion des Zeitschiebereglers im Modus "Historische Bilder":

Die Auswahl einer dieser Versionen und zugleich
das zügige Wechseln zwischen ihnen.

Bedienung des Zeitschiebereglers im Modus "Historische Bilder"

Aufgerufen wird dieser Modus aus der Menüleiste mit "Ansicht > Historische Bilder" oder durch Mausklick auf das Uhr-Symbol in der Werkzeugleiste (unter dem Mauszeiger ist zunächst die Sprechblase
    
zu sehen)‍ ‍2

Es erscheint der Schieberegler-Zeitstrahl mit einem Schieber. Er erstreckt sich zwischen dem frühesten und dem spätesten Zeitpunkt der für den jeweiligen Kartenausschnitt verfügbaren Bilder und trägt Markierungen, die den Zeitpunkten dieser Bilder zugeordnet sind. Die Anzahl und Lage der Markierungen können sich somit abhängig vom dargestellten Terrain ändern.

Hilfreich bei engem zeitlichem Abstand der Versionen: Links-Klicks auf die Vergößern- / Verkleinern-Symbole oben links im Zeitschieberegler-Bereich ermöglichen ein Dehnen (Zoom in) / Stauchen (Zoom out) des Zeitmaßstabs am Zeitstrahl.

Zur Auswahl eines gewünschten Zeitpunkts

bewegt man den Schieber

direkt durch Ziehen mit der linken Maustaste
(Zwischenstellungen sind nicht relevant: Die Reaktion erfolgt jeweils mit Sprüngen zwischen den Markierungen)

oder

mit Links-Klick auf eine Markierung innerhalb des Zeitstrahls

oder

mit wiederholtem Links-Klick auf den einen oder den anderen Richtungspfeil an den Enden des Zeitstrahls.

Die so getroffene Auswahl kann als Zeitangabe am Zeitstrahl und – falls in der Werkzeugleiste von Google Earth unter "Ansicht" ausgewählt – in der Statusleiste (am unteren Rand des 3D-Viewer-Fensters; dort allerdings oft von der Angabe am Bereich des Schiebereglers abweichend) abgelesen werden.

Zeitschieberegler im Standard-Modus

Bild 2: Oben links der Zeitschieberegler
im Standard-Modus
Zeitschieberegler im Standard-Anzeigemodus

Falls im Standard-Anzeigemodus des Viewers der Zeitschieberegler aufgrund der unten besprochenen Gegebenheiten des Google Earth-Objekts erscheint, ist sein Platz die obere linke Ecke des Viewer-Fensters – siehe Bild 2.

Die Funktion des Zeitschiebereglers
im Standard-Modus:

Das Steuern der Sichtbarkeit von Google-Earth-Objekten.

Anmerkung zum Erscheinungsbild:

Die Darstellung bleibt zusammen mit den in ihr enthaltenen Elementen jeweils nur klar und vollständig sichtbar, bis der Mauszeiger den Bereich des Rechtecks verlässt – voll zu sehen sind in diesem sich dann einstellenden Normalfall vom weitgehend transparenten Schieberegler-Bild nur Zeit- und Datumangaben.

Bild 3: Bedienelemente des Zeitschiebereglers
Bedienelemente im Standard-Modus

Ein Beispiel eines vollständig sichtbaren Zeitschiebereglers ist in Bild 3 als schwarz hinterlegtes Rechteck zu sehen.

Die eingetragenen Bezeichnungen der Haupt-Bedienelemente beziehen sich auf den häufigsten Anwendungsfall des Zeitschiebereglers, das Auswählen der in einem vorgegebenen Zeitintervall liegenden Wegpunkte eines GPS-Track.

Im Bild 2 ist ein solches Zusammenspiel zwischen dem Zeitschieberegler und der Trackdarstellung festgehalten: Die Anzeige der pfeilförmigen Trackpunkte-Icons ist auf das am Zeitschieberegler eingestellte Zeitintervall eingeschränkt.

Der Zeitschieberegler reagiert nicht allein auf die Wegpunkte eines im 3D-Viewer dargestellten Tracks: Er ist bereits sichtbar, wenn von sämtlichen Objekten mit Zeitangaben in der Listenansicht des Ortefensters mindestens eines ausgewählt ist, selbst wenn es außerhalb des aktuellen Bereichs des 3D-Viewers verortet ist.

Der Zeitbereich, auf den sich dabei der Zeitstrahl einstellt, ergibt sich aus der Überlagerung der Zeitbereiche aller beteiligten Objekte: Er erstreckt sich zwischen der frühesten und der spätesten aller Zeitangaben.

Bedienung des Zeitschiebereglers im Standard-Modus

1 Ausgangspunkt: Eine geeignete Datei, mit Orts- und Zeitangaben, wie beispielsweise eine GPS-Logdatei, im Dateiexplorer. Gelegenheit zum Nachvollziehen der Schritte bietet eine Beispiel-Datei (Download-Link) im kmz-Format (die Grundlage von Bild 2).

Ab dem Öffnen‍ ‍3 der Datei geschieht auf dem Bildschirm von Google Earth Folgendes:
Umgehend nach dem Einlesen der Datei zeigen sich im 3D-Viewer die Pfad-Linie und sofort danach der Zeitschieberegler. Vom gemeinsamen Startplatz der zwei Schieber am rechten Ende des Zeitstrahls (Zeitpunkt des frühesten Wegpunkt-Icons des Tracks) aus wandert der linke Schieber automatisch zum linken Ende (spätestes Icon). Zeitgleich mit dieser Bewegung erscheinen an der Pfadlinie die zeitlich zugehörigen Wegpunkt-Icons.

Funktion der Schieber:
Ziehen der Schieber mit der gedrückten Linkstaste der Maus ändert das Anzeige-Zeitintervall

linker Schieber – Einstellen der Größe des Intervalls

rechter Schieber – Einstellen der Lage des Intervalls,

Am Zeitstrahl ist die Reaktion auf das Ziehen eine stetige, bei der Sicht im 3D-Viewer eine sofortige.

Ein "Anschlagen" des linken Schiebers am linken Zeitstrahlende beim nach links Bewegen des rechten Schiebers verhält sich "reversibel".

Alternativ: Einstellen des Zeitintervalls mit dem Maulschlüssel-Werkzeug des Zeitschieberegler-Feldes:

Der Linksklick öffnet ein Hilfsfenster mit je einem Fenster für präzises Einstellen von Beginn und Ende des Zeitintervalls. Die Wirkung zeigt sich im 3D-Viewer sowohl am Zeitschieberegler als auch am Objekt unmittelbar (für bessere Sicht lässt sich das Hilfsfenster mit der Maus auf dem Bildschirm verschieben).

Mögliche überraschende Besonderheit:

Am Ende des Öffnens stehen beide Schieber mehr oder weniger eng beieinander am linken oder rechten Ende des Zeitstrahls

Häufigste Ursache:
In der Listenansicht des Ortefensters (einschließlich "Temporäre Orte") gibt es weitere Objekte mit – mehr oder weniger abweichenden – Zeitangaben.

Inbetracht kommt dafür jedes Objekt im aktivierten Zustand, erkennbar am Häkchen in seinem Steuer-Kästchen. Dabei kann es sich um ein komplettes Objekt oder aber auch nur um den einzelnen Folder eines komplexen Objekts handeln.

Abhilfe:
In der Listenansicht nach aktivierten Objekten (Häkchen in der Check-Box) suchen und durch probeweises Deaktivieren mittels Mausklick den Störer finden..

2 Ausgangspunkt: Ein geeignetes Objekt
in der Listen-Ansicht des Orte-Fensters (bei "Temporäre Orte" oder, gespeichert, unter "Meine Orte") im abgewählten Zustand.

Ein solches kann auch das Objekt der kmz-Beispiel-Datei aus dem obigen Download sein.

Aufgerufen wird das Objekt durch den aktivierenden einfachen Mausklick in sein Steuerkästchen. Im Fall der Beispiel-Datei ist es das Kästchen der Zeile "BeispielTrack-Zeitschieberegler" oder, bei aufgeklapptem Objekt, das Kästchen der Zeile "Alle Track-Punkte".

Ab dem Aktivieren‍ ‍des Objekts mit gültigen Zeitangaben geschieht auf dem Bildschirm von Google Earth Folgendes:

Gleich, ob das Objekt vom 3D-Viewer-Fenster erfasst wird oder sich außerhalb befindet, erscheint der Zeitschieberegler. Dabei stehen beide Schieber eng beieinander am linken Ende des Zeitstrahls. Beim Ziehen des rechten Schiebers zeigt sich, dass der linke Schieber im Engabstand folgt: Das Zeitintervall ist zunächst gleich Null. Damit im Einklang werden selbst zu Teilen der Darstellung innerhalb des Bildschirms, die sofort mit dem Klick erscheinen, keine Trackpunkt-Bildchen angezeigt.

Die wunschgemäße Auswahl kann mit dem Ziehen am linken Schieber fortgesetzt werden.

Alternativ: Ein Doppelklick auf den Name-Text (die Textzeile) neben dem aktivierten Kästchen:.
Die Schieber springen zu den Zeitstrahl-Enden.
Die Darstellung mit sämtlichen Trackpoint-Icons wandert in das Kartenfenster.

Die zugleich aufgeklappte Punkte-Liste ist harmlos. Mit einem Klick auf das nach unten gerichtete kleine Dreieck in der Listenansicht schließt sie sich.

Zeitschieberegler – Anforderungen an das für Google Earth geeignete Objekt

Vorab: Intern liegen jedem Objekt, das im Kartenfenster der Anwendung "Google Earth" angezeigt wird, Angaben im kml-Format ("kml": siehe Wikipedia) zugrunde. Gleich ob direkt als kml-Datei geöffnet oder aus einem Import stammend ist das auch das Format für das Speichern eines Objekts unter "Meine Orte" oder extern nach eigener Wahl des Nutzers.

Einzelheiten zum kml-Format und insbesondere zu den kml-Elementen sind ausführlich in der KML-Referenz beschrieben, mit Beispielen unterlegt im KML-Tutorial‍ ‍4.

Im Code einer kml-Datei ist für den "Zeitschieberegler" die Ortsmarke  (kml: "<Placemark>") in den Varianten

Punkt-Ortsmarke (genauer hier eigentlich "<Simple Placemark>"),
sowohl als eigenständiges Ortsmarken-Objekt als auch in Gestalt der Punkte einer Track-Darstellung,

mit den Grund-Bestandteilen

Punkt  (kml: "<Point> "),

Symbol  (kml: "<Icon>"),

Zeitstempel  (kml: "<TimeStamp>")

und wenigen weiteren zu berücksichtigenden Elementen wie einem

Beschriftungstext  (kml: "<name>" der Punkt-Ortsmarke )

oder einem

Beschreibungstext  (kml: "<description>" z. B. in der Sprechblase einer Ortsmarke)

sowie (Variante für Sonderfälle)

Linien-Ortsmarke  (kml: "<LineString>").

relevant.

Unverzichtbarer Bestandteil einer Ortsmarke ist die Positionsangabe  (kml: "<coordinates> …") im kml-Element Punkt.. Damit die Ortsmarke im 3D-Viewer sichtbar wird, muss sie mindestens ein

Symbol

oder einen

Beschriftungstext

enthalten.

Als ein Bild an den Koordinaten des Punkt vermittelt das Symbol‍ ‍5 die geographische Lage der Punkt-Ortsmarke. Und das umso treffsicherer je kleiner seine Abmessungen sind. Anders beispielsweise beim Beschriftungstext, für den kein präziser Punktbezug vorgesehen ist – er erscheint nur in der Nähe der Koordinaten.

Der Ortsmarke können Zeitangaben beigefügt sein – u. a. innerhalb des Beschriftungstextes oder des Beschreibungstextes. Entsprechend der Auslegung von kml reagiert der Zeitschieberegler jedoch allein auf den Eintrag der Zeitangabe im Zeitstempel‍ ‍6.

Dieser Zeitstempel ist somit "genau" das Element, das der Ortsmarke die zeitabhängige Steuerbarkeit mit dem Zeitschieberegler verleiht.

Am Rande vermerkt: Sowohl komplette LineString-Objekte als auch die einzelnen LineString-Abschnitte solch eines LineString-Objekts können mit Zeitstempeln versehen werden (hierfür würde sich dann allerdings eher die Auslegung als gx:MultiTrack anbieten), sodass der Zeitschieberegler auch deren Anzeige steuert.

Zur Erinnenrung: Die Sichtbarkeit von Ortsmarken-Symbolen ohne Zeitstempel, dann ohne Möglichkeit eines Zusammenspiels mit dem Zeitschieberegler, kann sowohl beim Generieren der kml-Datei vorgegeben als auch in der Anwendung "Google Earth" durch Mausklicks auf zugehörige Steuerkästchen in der Listenansicht im Ortefenster geändert werden – flüchtig oder nach Speichern der geänderten Darstellung (vom Nutzer veranlasst oder automatisch beim Schließen der Anwendung) unter "Meine Orte" dauerhaft, oder, ebenfalls dauerhaft, extern vom Nutzer vorgegeben.

Anmerkungen

1  Siehe z. B.

ab Seite 25 der Beschreibung "Heilig, A.: Google Earth Training") (entstanden 2009),

ein Bezug in der Google-Beschreibung "Karte im Zeitverlauf betrachten",

die ausführliche Google Earth-Anleitung, in Engl.: "Google Earth User Guide" (pdf-Version 2007: ab S. 91); sie bezieht sich zwar auf GE/V. 4.0, trifft aber abgesehen vom Design des Elements soweit noch zu.

Aktueller: Ein Praxistipp bei chip.de zum History->Modus – Jahr in Google Earth ändern

2  Diese Schritte vereinfachen sich, wenn in der kml-/kmz-Datei eines Objekts ein Eintrag "<LookAt> …<gx:TimeSpan>…" vorgesehen ist. Wurde ein solches Objekt geöffnet, genügt ein Maus-Klick auf das Uhrensymbol von "Google Earth", und es stellt sich automatisch der Modus "Historische Bilder", für das mit "TimeSpan" vorgegebene Zeitfenster, ein.

3  Zum Öffnen von Dateien bietet sich bekanntlich u. a. an:

Öffnen einer kml- bzw. kmz-Datei – "Normal"-Fall – direktes Öffnen

in der Anwendung "Google Earth": mit "Datei > Öffnen"

im Datei-Explorer: über das Kontextmenü mit "Google Earth" oder per Doppelklick auf das Dateisymbol oder durch Ziehen des Datei-Links mit der Maus in das Programm-Symbol von Google Earth auf dem Desktop.

Für Sonstige Dateien

ist in der Anwendung "Google Earth" das benutzergeführte "Datei > Importieren" vorgesehen.

4  Beides bei Google; beides in engl., aber bei Bedarf mit Übersetzungstools problemlos zu lesen.

– im Fall unerwarteten Reagierens beim Bedienen des Zeitschiebereglers, aber auch

– für ein gezieltes Vorgehen beim Erzeugen von kml-Objekten.

5  Ein gültiges Symbol verweist unter <Icon> … <a href="…" auf ein visuelles Element, also auf eine Grafik, ein Foto.

6  Code-Beispiel:
<TimeStamp>
     <when>2019-04-22T09:15:23+02:00</when>
</TimeStamp>
Auch ohne Zeilenumbrüche, in fortlaufender Schreibweise, üblich.

    Der hier vorliegenden Beschreibung ist die Windows-Version 7.3.1.4507 vom 06.02.2018 von Google Earth zugrundegelegt.


Klaus Dannowski – Klaus‘ GPS-Ecke
24.O4.2O19